Fotowochenenden in Frankreich

Tag 3 – Freitag 1. Juni

Der hier beschriebene Ablauf ist ein ungefährer Ablauf, der sich je nach Gegebenheiten und Wünschen der Teilnehmer ändern kann und soll. Er ist also eher als “roter Faden” und “Inspiration” denn als unumstößliche “To-Do-Liste” zu sehen….

  • Gegen 8:30 treffen wir uns alle im Frühstücksraum des Hotels und nach einem gemeinsamen Frühstück laden wir unser Koffer wieder in den Wagen. Aber bevor es los geht, machen wirnoch eine Runde durch die größte Stadt der Normandie.
  • „Le Havre“ wurde nachdem, es im 2. Weltkrieg insgesamt 132 bombardiert wurde, 1945 bis 1954 nach den Plänen des Architekten Auguste Perret komplett neu aufgebaut. Als architektonisches „Gesamtwerk“ ist die Stadt einzigartig in Europa. Der eine oder andere fühlt sich vielleicht an Brasilia erinnert. Das ist auch kein Wunder, denn einige der Gebäude wurden von Oscar Niemeyer – einem der Architekten Brasilias – entworfen.
  • Die Normandie gilt als die Wiege der gotischen Baukunst, weshalb wir hier immer wieder auf wunderschöne Kirchen treffen. In „Le Havre“ besichtigen wir aber eine Kirche aus offenem Stahlbeton. Und auch wenn man es nicht denkt, das Innere der „Église Saint-Joseph“ ist ein besonders schönes Fotomotiv.
  • Wir schließen unseren Vormittag in „Le Havre“ mit einem Streifzug über den Wochenmarkt ab. Der ein oder andere trinkt vielleicht noch einen Kaffee, während andere den kunstvollen Törtchen nicht widerstehen können. Auf jeden Fall kaufen wir hier aber noch mal ein wenig Käse und Wurst für unser Picknick später am Tag!
  • Nur wenige Kilometer hinter den Stadtgrenzen von „Le Havre“ treffen wir gleich auf die nächste Sehenswürdigkeit. Die „Pont de Normandie“ – die mit 856 Metern Spannweite größte Hängebrücke Europas. Während die Spannweite aus der Entfernung imposant ist, ist es beim Überfahren vor allem ihre 203 Meter Höhe, die beeindruckt.
  • Jetzt ist es nicht mehr weit bis „Honfeur“. „Honfleur“ war im Mittelalter einer der wichtigsten Häfen Frankreichs. Die Kolonien wurden von hier aus erobert und Nordamerika besiedelt. Bereits 1684 hat man hier eine Schleuse errichtet, die verhindert hat, dass bei Ebbe der Hafen trocken fallen konnte. Damals eine unglaubliche technische Leistung!
  • Das Stadtbild ist unglaublich gut erhalten und auf unserem Rundgang entdecken wir eine der letzten Holzkirchen Frankreichs. Die „Église Sainte-Catherine“ erinnert an zwei auf den Kopf gelegte Schiffsrümpfe, nicht verwunderlich, wurde sie doch von den Schiffszimmerleuten „Honfleurs“ gebaut.
  • Wir verlassen „Honfeur“ und folgen der der „Côte fleurie“ – der „Blumenküste“ – Richtung Westen. Nach ein paar Kilometern machen wir Halt bei einem Cidre-Bauern. Gerne zeigt er uns seine Apfelbäume und lässt uns seinen Cidre probieren. Vielleicht möchten Sie ihm ein, zwei Kartons abkaufen? Unter den Sitzen im Bus bleibt Platz dafür und bald verlassen wir das Cidre-Gebiet….
  • Der freundliche Bauer hat uns einen Tipp gegeben und so finden wir dann auch gleich einen tollen Platz für unser Picknick. Und das auch noch direkt am Strand! Der Cidre ist noch kalt – Glück kann so einfach sein!
  • Wie gegensätzlich die Schönheit der Natur zu den schrecklichen Ereignissen der Geschichte ist wird uns klar, wenn wir wenige Kilometer später die Landungsanlagen des D-Days bei „Arromanches-les-Bains“ besichtigen. Am 6. Juni 1944 haben hier rund 170.000 Mann in 5300 Schiffen und mit der Unterstützung von 11.000 Flugzeugen das Ende des Hitlerreiches eingeleitet.
  • Dass dieser Sieg mit einem hohen Blutzoll bezahlt wurde, wird uns am amerikanischen Soldatenfriedhof von „Colleville-sur-Mer“ klar. Insgesamt befinden sich auf dem 49 Hektar großen Areal 9387 Gräber. Weiße Grabkreuze so weit das Auge reicht….
  • Der Soldatenfriedhof schließt um 19 Uhr und wir gehören zu den letzten die den Parkplatz verlassen. Zum Glück haben wir es nicht weit. Nach ein paar Kilometern sind wir in „Port-en-Bessin-Huppain“ wo wir die Nacht verbringen werden.
  • Vor dem Abendessen machen wir noch einen Spaziergang durch das keine Fischerdorf und entdecken am Strand tonnenweise Jakobsmuscheln. Was zuerst vielleicht wie ein Naturwunder erscheint ist in Wahrheit der „Müll“, den die örtlichen „Muschelbauern“ ins Meer werfen. „Port-en-Bessin-Huppain“ ist nicht nur der siebtgrößte Fischereihafen in Frankreich, sondern auch eine Hochburg der Zucht von Jakobsmuscheln. Was bietet sich da eher an, als heute Abend Fisch zu essen?

    Der Hafen von Honfleur

    Der Hafen von Honfleur